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Interviews-Auszüge : 

Aus " Berlin Wonderland"Bobsairport, Die Gestalten Verlag 2014.

"Unsere noch fahrtüchtige Ente wurde von rechten Hooligans bei einem ihrer Angriffe zerlegt.So etwas kam damals recht häufig vor. Ich fand es interessant, diese Aggressionen in Kommunikation umzuwandeln, und wollte alles, was zerschlagen wurde, zu einem interaktiven Kunstwerk namens "Aquarius " umwandeln. Die Ente war der Anfang davon.
Zu siebt haben wir die Ente angehoben, dann bin ich darunter geklettert und habe das Gestell angeschweisst. das war eine der lebensmüdesten Aktionen, die ich je gemacht habe. Wenn nur einer gestolpert wäre, wäre ich platt gewesen"

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2014/5 Auszug aus d. Interview von Ulrich Huppertz. GroundandPound.de
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Was willst du damit erreichen? Was ist deine Motivation dahinter?
Ich wollte immer etwas machen, was Leute emotional genauso direkt berührt wie mich. Wo man einfach reinspringen kann. Wie stagediving oder so. Daher ging mir dieses Kunstgeschäft mit dem Status immer mehr auf den Wecker.
Die Leute kaufen und verkaufen immer irgendwelche Grade von Wichtigkeit. Das nenne ich immer „die Ökonomie der Bedeutung“. Es ist komplett egal, welche Intentionen du hast (was du kannst, ist sowieso egal) irgendwann bist du entweder Imagetransfer-Dienstleister für reiche Geldanleger oder du bist „nicht vorhanden“. 
Mein Weg aus dieser Sackgasse führte mich zu synästhetischen Objekten und Performances, die „alle Sinnesebenen gleichzeitig“ ansprechen, und dann zu „Transformances“, bei denen ich etwas mit oder für andere Leute mache. Also wenn ich 1984-1991 noch mit Video, Musik, Tanz plus Düften, Speisen und Leute herumjagen gearbeitet habe, habe ich ab 92 Sachen gebaut, die man benützen kann und Aktionen zusammen mit meinen Auftraggebern gemacht.
Zum Beispiel eine Schlaf-Hochetage mit Projektor, Duftorgel  und Tonabnehmern in der Wendeltreppe ( einer„Tonleiter“) zum Bett, mit der man beim Hochgehen Klänge erzeugen konnte. (Darüber gibt es einen Deutsche Welle TV Beitrag)
Oder einmal zogen wir (natürlich ohne Genehmigung) ein  fahrbares Bett mit Besitzerin darin quer durch die Innenstadt. Das war dann „Hewelmanns Traum“. Da gab uns die Polizei statt nen Strafzettel spontan eine Eskorte mit Blaulicht über rote Ampeln.
Auf einem Tanz-Festival hatte ich mal eine Konstruktion gebaut, bei der das Publikum über einen Steg laufen und in einer manngrossen Schüssel über einem Feuer schaukeln konnte. Das hat sich aber kaum jemand getraut. Es war wohl ein bischen zu HEISS....Haha.
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Wie kann man sich deine Auftritte Performances ungefähr vorstellen? Die Bilder wirken teilweise bizarr. 
Das hat sich über die Jahre gewandelt.  Früher war alles sehr bedeutungsschwangere „Kunst“ und aufgeladen. Mittlerweile ist es so eine Art Spiel vor und manchmal auch mit dem Publikum. Meist mit einer Crew von Leuten, die zusammen gut harmonieren. Ich mache in der Regel vorher die Musik, die Requisiten und die Videoprojektionen und gebe meinen Mitspielern ein Thema, mit dem wir zusammen improvisieren können.  Vor einer Weile haben wir Grappling- und Thaibox-Bewegungen mit in Shows eingebaut. Das will ich weiter verfolgen. Aber es ist meist nichts einstudiert. Ich probe nicht mal meine eigenen Stücke. Wenn ich mit kleinem Besteck solo auftrete, singe ich halbnackt und angemalt mit ein paar Requisiten meine Stücke herunter.
… Kunstobjekte werden oft in Vitrinen gestellt. Kann man mit deinen Kettlebells 100% trainierne wie mit normalen?
Meine bitte nicht. Ich hasse es, wenn Leute Dinge  erst dann wertschätzen, wenn sie auf einem Sockel stehen. Ich fühlte mich immer total unwohl bei diesem Getue um „Werke“ und „wichtige“ Dinge. Wie gesagt, genau darum habe ich mich aus dem Galeriebetrieb verabschiedet und seit seit ca. 1989  Objekte gebaut, die man benutzen muss, um zu erfahren, was es damit auf sich hat. Der Körper ist die Schnittstelle, mit der wir unsere Welt erfahren. Das ist mein Ansatz.
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Auszüge aus Käfiggeflüster. Interview 2012

„…Mir kommen diese Abmagerungskuren, die zurzeit so viele Kämpfer machen, genauso ungesund vor wie Medikamentenmissbrauch. Außerdem versuche ich, mich nicht in so einen „Gewinnen-um-jeden-Preis-Tunnel“ hineinziehen zu lassen. Ein bisschen geht es beim Kämpfen ja auch um die mentale Weiterentwicklung. Da ist Gewicht machen ein bisschen wie Beschiss an sich selbst. ;-) ...
KG: Ich habe auf Sherdog gelesen, dass Du schon 46 Jahre alt sein sollst. Ist diese Angabe richtig und wenn ja, warum hast Du erste 2008 Deinen ersten Pro-MMA-Kampf bestritten? Und wie lange möchtest Du noch MMA kämpfen?
Marva: Hmm.. Mal nachrechnen...Also Ich bin am 11.3.1966 geboren... Tia. Scheinbar hast du recht mit dem Alter...Jetzt merk ich es erst, das ist ja furchtbar!!...
Na gut. Ich bin ja sozusagen eher zufällig zum MMA gekommen und hatte nie vor, zu kämpfen (auf irgendeiner meiner Webseiten steht das glaub ich sogar noch). Aber da ich eh so oft Sparring mit Wettkämpfern gemacht habe und ganz gut klarkam, dachte ich, bevor ich noch weiter ins Greisendasein rutsche, sollt ich das wenigstens ein einziges Mal probieren.
Dann fiel mein erster Kampf aus und die nächste Gelegenheit waren die Vorentscheidungen der deutschen Meisterschaft der FFA. Also hab ich da angefangen und bis zum Finale erst mal alle Kämpfe gewonnen.
Ich fand es auch irgendwie lustig, dass die Leute mich durch das Geburtsdatum schon für quasi scheintot halten, und ich beim Kämpfen und Spaß haben ganz nebenbei noch sozusagen „eine Lanze für die Silberrücken brechen“ kann. ...

...KG: Wie fandest Du den letzten Event von We Love MMA. Denkst Du die Eventreihe hat das Potential die Nummer 1 in Deutschland zu werden und wirst Du auch weiterhin als Hauptkämpfer dort antreten?
Marva: Die Events von Welovemma haben mir bisher immer ziemlich gut gefallen. Der Claim ist dem Sport sehr zuträglich. Das mit dem Kamerakran beim ersten war auch klasse. Wer in Deutschland Nummer Eins ist, kann ich nicht beurteilen und es interessiert mich persönlich nicht. Für mich ist relevant, was mir gefällt. (Anmerkung: Was mir ein bisschen im deutschen MMA fehlt sind die Entrances von Genki Sudo... Aber das ist vielleicht auch ein bisschen viel verlangt.)
Ich mag es, wenn Fairness und Respekt gepflegt werden. Leute, die auf submitteten Gegnern rumtrampeln und diese demütigen sind vielleicht für nen Tarantinofilm passend. Aber im wirklichen Leben und Sport will ich das eher nicht haben. Sowas finden vor allem Leute cool, die nicht selbst kämpfen.
Wichtig ist auch, dass vernünftige Bedingungen für die Sportler herrschen. (leider ist die Universal Hall mittlerweile etwas klein dafür) Gut ist auch, wenn interessante Kampfpaarungen da sind. Wenn ein interessiertes Publikum da ist und nicht so ne Vollhonks, wie sie sie bei der UFC in der ersten Reihe abfilmen. Das alles macht Welove ja, insofern: weiter so. Wenn sie mich wollen, kämpfe ich dort gerne.
KG: Wie entwickelt sich die Szene grundsätzlich in Berlin. Ist ein krasser Zuwachs feststellbar und denkst Du in Berlin drehen sich, wie in vielen anderen Dingen, auch im MMA die Uhren etwas anders?
Marva: Ja. Auch in Berlin entwickelt sich MMA sehr dynamisch. Blöd sind natürlich so ne Sachen wie das MMA-Verbot in städtischen Hallen. Das ist echt lächerlich. Die übliche Politik von Menschen, die sich gar nicht mit der Materie beschäftigt haben, über die sie urteilen. Insofern aber normal und das wird den „Aufstieg“ des Sports auch nicht aufhalten können.
KG: Gibt es sonst noch etwas, was Du unseren Lesern mitteilen möchtest?
Marva: Ja: Die MACHT sei mit euch, meine Brüder und Schwestern

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Auszug aus dem Buch 3x5 minuten von Stefan Kirste 2011

„...In meinen Augen ist Kämpfen eine sehr direkte Art der Kommunikation. Wir nehmen auch Rücksicht auf einander. Ich könnte nie mit jemandem Vollkontakt kämpfen oder trainieren, der nicht gewohnt ist, Rücksicht auf den anderen zu nehmen. Viele Menschen verstecken sich hinter Machtpositionen. Das kannst du in dem Moment nicht. Du bist direkt dafür verantwortlich, was du tust...

Vielen Leuten, die ihre körperliche Seite nicht ausleben können, fehlt ein Ventil. Wir sind nicht nur intellektuelle Wesen. Wir sind auch physische Wesen. Man muss sich auch physisch abreagieren können und dürfen.
Also ist MMA für dich keine Gewalt?
Gewalt ist Kommunikation. Aus 5 Kilometern Höhe Streubomben zu werfen ist auch Kommunikation. Es heißt: »Ich bin stärker. Ich scheiße auf deine Meinung, deine Argument, deine Religion, dein Leben. Ich will gewinnen.« Das ist Gewalt, aber auch Kommunikation. Die Art, wie Gewalt ausgeübt wird, ist Kommunikation. Pfefferspray auf Leute zu sprühen ist auch Kommunikation, nämlich: »Du hast nichts zu sagen.« Wenn Schäuble sagt, dass Blogger im Internet nicht mehr über alles schreiben dürfen, ist das auch Kommunikation.
Ist das auch Gewalt?
Ja, das ist auch Gewalt. Viele Leute wollen nicht unterscheiden. Aber nicht reflektieren zu wollen ist ja auch Kommunikation. Die Leute, die am schönsten über das friedlich sein reden, profitieren häufig am meisten von delegierter Gewalt. Der Druck wird ständig nach unten weitergegeben. Da nehme ich mich nicht aus. Es ist eine Struktur der Herrschaft. Wenn solche Gesellschaften dann behaupten, sie seien nicht gewalttätig, ist das für mich der reine Hohn. Das ist völlig unreflektiert. Die verleugnen ihre eigene Aggressivität.
Ein Kampf ist demnach ehrlicher?
Ja, er ist aufrichtiger. Und er ist von beiden verabredet. Es ist ein Test unserer körperlichen und technischen Fähigkeiten. Es ist auch ein Freilassen von Emotionen. Ich öffne mich. Wenn man seine Wut rauslassen kann, ist das ein Öffnen. Andere wiederum freuen sich und haben einen emotionalen Ausbruch, wenn sie einen Kampf gewonnen haben. Sie weinen dann. Das ist kein böser Kampf, das ist eine geschenkte Lebenssituation. Das ist eine nach Regeln strukturierte Situation. Aber für manche Leute ist das langweilig. Die stellen das anders dar und wollen die härtesten sein. Die wollen dieses Brutalo-Image.
Hast du durch den Sport schon mal deine Grenzen überschritten?
Ganz banal, wenn ich keine Lust auf das Training habe, weil mir alles weh tut. Immer, wenn ich nicht mehr kann, trotzdem weiter zu machen. Da bin ich immer am Grenzen überschreiten. Eine spirituelle Grenze hatte ich noch nicht.
Du bist beim Kämpfen noch nie an eine psychische Grenze gestoßen?
Ich habe völlig ohne Geld in besetzten Häuern gewohnt. Als meine Tochter geboren wurde habe ich in einem Bauwagen gewohnt und trotzdem versucht, meine Kunst weiter zu machen. Da war das meiste wesentlich mühsamer. Und ich habe immer Sachen gemacht, die erst Jahre später akzeptiert wurden. Da waren viele psychische Grenzen dabei. Dagegen ist das Kämpfen echte Entspannung...“